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Herbstübung 2004
Verheerende Sprengkraft in Neuried-Ichenheim am Samstag,
den 09. Oktober 2004
Einsatzübung des DRK-Neuried, DRK-Friesenheim, DRK-Meißenheim, DRK-Sulz, mit freundlicher Unterstützung der
Notärztin/Notärzte und der freiwilligen Feuerwehr Neuried-Ichenheim.
Am frühen Nachmittag des Samstags zerriss ein ohrenbetäubender Krach die friedliche Stille von Ichenheim. In Brand geratene Gasflaschen explodierten im Gemeindehaus beim Friedhof in der Ringstrasse. Das gerade umgebaute Gemeindehaus stand teilweise in Flammen und feiner, dunkler Staub breitete sich aus. Hilferufe nahm man vom Ort des Geschehens wahr. Die erschrockene Nachbarschaft reagierte sofort. Sie setzten einen mustergültigen Notruf bei der Leitstelle Ortenau ab.
Ruckzuck alarmierte die geschulte Zentrale über Alarmmelder die freiwilligen Helfer von:
- DRK-SAN-Nord (DRK-Ortsverein Neuried e.V. und DRK-Ortsverein Friesenheim)
- DRK-SAN-Schwanau (DRK-Ortsverein Meissenheim-Schwanau)
- DRK-Ortsverein Sulz
- Notärzte
- Freiwillige Feuerwehr Neuried-Ichenheim
Eilig kamen die Helfer von ihren samstagsnachmittäglichen Tätigkeiten unterbrochen aus allen Himmelsrichtungen zu ihren jeweiligen Einsatzfahrzeugen am entsprechenden Stützpunkt. Flugs umgezogen nahmen sie mit Signal und Blaulicht die Fahrt nach Ichenheim in die Ringstrasse auf.
Die Freiwillige Feuerwehr Neuried-Ichenheim mit:
- zwei Löschfahrzeugen und einem Einsatzleitwagen für den Funkverkehr
Der DRK-Ortsverein Neuried e.V. mit:
- einem Rettungswagen und einem VIER-Tragewagen
Der DRK-Ortsverein Friesenheim mit:
- einem VIER-Tragewagen und einem Rüstwagen
Der DRK-Ortsverein Meissenheim-Schwanau mit:
- einem Einsatzleitwagen, Trantsportwagen für 9 Helfer und einem Materialfahrzeug
Der DRK-Ortsverein Sulz mit:
- einem Einsatzleitfahrzeug für den ganzen Funkverkehr
Die Feuerwehr sicherte die Unglückstelle, setzten die Löscharbeiten in Gang und schickten Atemschutzträger los um nach Verletzten Ausschau zu halten. DRK-Rettungskräften bauten für die umfangreiche Versorgung der zu bergenden Menschen drei große imprägnierte stoffüberzogene Unterkünfte auf. Durch die besondere Konstruktion dieser Zelte waren diese auch fix aufgebaut. Die zahlreichen Atemschutzträger der Feuerwehr fanden und bargen die leicht bis schwerverletzten Personen aus dem unübersichtlichen Gefahrenbereich des Explosionsherdes.
Die DRK-Helfer und Notärzte hatten 13 Patienten zu versorgen. Die Einsatzkräfte waren unter anderem mit folgendem konfrontiert:
- einem Toten aufgrund der schwerwiegenden Einwirkung der Explosion
- verschiedene Arten von Wunden: wie Schürfungen, leicht bis stark blutende Wunden sowie einem offenen Bauch bei dem die im Lebenssaft schwimmende Gedärme zum Vorschein kamen
- einem Herzinfarkt, der durch einen teuren halbautomatischen Defibrillator erfolgreich behandelt wurde, welcher glücklicherweise vor 2 Jahren zum überwiegenden Teil durch die Spenden der Neurieder Bevölkerung angeschafft werden konnte
- einem offene Bruch, wo der dunkelrot überzogene Knochen durch die blutgedrängte Jenshose ragte
- einem Stromunfall, wobei die Gefahr für die Rettungskräfte bestand, selbst Opfer zu werden, da die 380 Volt starke Elektrizität durch die Sicherung nicht abgeschaltet wurde
- eine Person verlor drei Finger seiner Hand
Mit der fachgerechten Versorgung der Verwundeten waren die Rettungskräfte vollkommend ausgelastet. Doch wie es auch im wirklichen leben so ist, kommt alles auf einmal. Aus dem nah gelegenen Gasthaus “Trotterstube” kam ein Notruf, dass eine Person nur noch eingeschränkt anzusprechen ist.
Die Rettungskräfte aus den verschiedenen Hilfsorganisation stellten bei dieser großen Übung ihr ganzes Können unter Beweis, welches in beträchtlich Anzahl von theoretischen sowie praktischen Stunden erlernt wurde.
Möge dieses schreckliche Szenario für allezeit nur für Übungszwecke erforderlich sein. Doch sollte ein solches Großschadensereignis eintreten, stehen die Rettungskräfte bereit.
An dieser Stelle bedanke ich, Thorsten Hansert, mich bei allen Mitwirkenden:
Mimen und Beobachter, sowie die Mitglieder der Bereitschaften Neuried, Meisenheim Schwanau,
Friesenheim und Sulz, der DEL Leitung, der Leitstelle Ortenau, dem Ortsverein Offenburg und der
Feuerwehr Ichenheim.
Ohne Ihre Unterstützung wären diese Übungen nicht durchführbar.
Übungsidee: Thorsten Hansert
Bilder: Uwe Bertsch, Lukas Mohrbacher
Text: Jürgen Saar
Bilder der Übung: Herbstübung 2004
Download: Übungsmanuskript (Worddokument, 37KB)

